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Insel Kaninchenwerder

Die Insel besitzt eine Größe von 0,37 km² und gehört seit 1935 zum Naturschutzgebiet „Kaninchenwerder und Großer Stein“. Sie entstand gemeinsam mit einer zweiten Insel, Ziegelwerder, vor ungefähr 20.000 Jahren während der Weichseleiszeit. Auf ihr befinden sich 269 Pflanzenarten, von denen 18 auf der Roten Liste stehen. Besiedelt ist sie von Wildschweinen, Füchsen, Rehen, Steinmardern, Minken, 66 Vogel- sowie vielen Fledermausarten.

Die Insel kann auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurückblicken. Hier wurden prähistorische Werkzeuge und Waffen aus der Jungsteinzeit gefunden: Beile, Meißel, Bohrer, Messer, Schleifsteine, Keile sowie Lanzen, Pfeilspitzen und Dolche. Des Weiteren deutet ein Hockergrab auf eine sehr frühe Besiedlung der Insel hin. Als der See jedoch in der Bronzezeit die heutige Wasserhöhe erreichte, verließen die Siedler die Insel. Erst ab 1500 ist eine erneute Siedlungstätig­keit wieder nachweisbar.

Zwischen 1571 und 1831 verwendete man die Bäume der Insel für den Betrieb von Ziegelöfen und holzte große Teile der Waldflächen. Nach Einstellung des Ziegeleibetriebes forstete man den Baumbestand auf Kaninchenwerder auf und nutzte es bis ins 19. Jahrhundert als Waldweide. Der Landwirtschaft diente sie bis 1980.

Mitte des 19. Jahrhunderts beauftragte Friedrich Franz II. den Hofgärtner Theodor Klett, die Insel nach Plänen Peter Joseph Lennés als Park und landwirtschaftlichen Nutzgärten, einer sog. ornamented farm, umzugestalten. Es wurden im Zuge dessen 60 nicht heimische Gehölzarten angepflanzt. Im Mai 1895 konnte ein von Schweriner Bürgern gestifteter Aussichtsturm auf der Insel in Nutzung genommen werden. Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt Kaninchenwerder als beliebtes Ausflugsziel der Schweriner und auch heute noch kann man die Insel per Schiff erreichen und besichtigen.