Friedrich August Stüler

Friedrich August Stüler wurde am 28. Januar 1800 in Mühlhausen geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Heimatstadt und begann ab 1818 in Berlin an der Bau-und Kunstakademie zu studieren. 1842 wurde er zum Hofarchitekten Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ernannt. Friedrich Wilhelm IV. schlug Stüler als Berater für den Um- und Neubau des Schweriner Schlosses vor. Während dieser Zeit war Stüler einer der kritischsten Prüfer der Pläne des dortigen Hofbaurats Georg Adolf Demmlers. Vom Beginn der Bauplanung von 1843 bis zum Jahr 1851 war Demmler als Hofbaurat maßgeblich für Planung und Ausführung des Schlossneubaus verantwortlich. Nach Demmlers Rücktritt 1851 wurde Stüler zum Bauleiter ernannt und fügte in dieser Funktion dem Schloss unteranderem die Reiterstatue des Niklot und die goldene Prunkkuppel hinzu. An der restlichen Fassade waren die Bauarbeiten zu diesem Zeitpunkt bereits zu weit fortgeschritten, um weitere Änderungen vorzunehmen. Dennoch versah er die seeseitige Fassade des Langen Hauses um Terrakottaporträt von Personen, die sich um das Schloss verdient gemacht hatten. Auch die Verbindung der beiden Flügel der Orangerie durch einen Arkadengang wurde von Stüler angeleitet. Bei der feierlichen Übergabe der Schlüssel des Schlosses von den Baumeistern an den Großherzog am 26. Mai 1857 stand Stüler gemeinsam mit seinem Baukondukteur Hermann Willebrand in der ersten Reihe. Zum Anlass der Schlosseinweihung wurde eine Festschrift über das Schloss herausgegeben, zu welcher Stüler als einer der Herausgeber unteranderem diverse Grundrisse, Durchschnitte und andere architektonischen Zeichnungen beitrug. Außerdem wurde er von Friedrich Franz II. für seine Verdienste um das Schloss mit einer Gedenkmünze in Gold geehrt. Stülers Wirken in Schwerin waren die Tätigkeit als Architekt am preußischen Hofe und Studienreisen nach Frankreich, Italien und Russland vorausgegangen. 1832 wurde er zum preußischen Hofbaurat und Direktor der Schlossbaukommission ernannt und arbeitete ab 1834 als Lehrer an der Bauakademie in Berlin. 1841 wurde er neben Ludwig Persius einer der Bauberater des 1840 zum König gekrönten Friedrich Wilhelm IV. Nachdem Ludwig Persius 1845 starb, blieb er einziger Bauberater des Königs. 1842 unternahm Stüler eine Studienreise nach England und wurde noch im gleichen Jahr Nachfolger Schinkels als königlicher Architekt. Nach 1848 arbeitete er noch an verschiedenen Großbauprojekten wie der Hohenzollernburg zu Hechingen und der Universität Königsberg. Er starb am 18. März 1865 in Berlin.

Erstellt im Rahmen eines FSJ von Martin Funk.

Stüler, August; Prosch, Eduard; Willebrand, Hermann: Das Schloss zu Schwerin: Bauperioden: A. Demmler 1844 - 1851, A. Stüler 1851 - 1857 (Festschrift Schloss Schwerin) Schwerin 1994.


Börsch-Supan, Eva: Stüler, Friedrich August. In: Neue deutsche Biographie; Bd. 25: Stadion Tecklenborg, Berlin 2013, S.627-629.


Bartel, Berna und Schott, Matthias: Der Einzug in das Schloss Schwerin vor 150 Jahren und die Ereignisse von Samstrag, 23. Mai bis Freitag, 29.Mai 1857. In: 150 Jahre Schloss Schwerin Beiträge zur Bau- und Nutzungsgeschichte, Landtag Mecklenburg- Vorpommern, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, Schwerin 2009, S. 55-66.